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Medienpraktische Tipps für Eltern:
Zeitkonten:
Wenn Ihre Kinder Ihrer Meinung nach zu viel Zeit mit Medien verbringen,
legen Sie Zeitkonten fest. Damit vereinbaren Sie mit Ihrem Kind
die Gesamtzeit, die in der Woche mit Medien verbracht werden soll.
Freigaben:
Achten Sie bei allen Medien auf die Altersfreigaben, auch bei
Hörkassetten und CD-ROMs. Wenn es ältere Geschwister gibt,
sollte mit den Kindern besprochen werden, welche Medien gemeinsam
genutzt werden und was den älteren Kindern vorbehalten bleibt.
Medienkonsum als „Problembewältigung“
Sie sind der Experten/ die Expertin für Ihr Kind. Ist Ihr
Kind aktiv, hat es Kontakte und Freundschaften? Oder zieht es sich
hinter den Fernseher zurück? Daran können Sie möglicherweise
erkennen, ob Ihr Kind im Moment ein Problem oder eine Krise hat.
Kommen Sie mit Ihrem Kind darüber ins Gespräch.
Hoher Medienkonsum Ihres Kindes kann Ausdruck von Überlastung
Ihres Kindes sein. Versuchen Sie, die Ursache dafür zu ergründen
und Ihr Kind zu entlasten.
Kompakt:
12 Tipps für Eltern von Vorschulkindern
- Denken Sie an Ihre eigene Medienkindheit: Was hat sich verändert,
was ist heute bei Ihren Kindern ähnlich? Wie gehen Sie heute
in Ihrer Familie mit Medien um?
- Begleiten Sie Ihr Kind so oft es geht beim Mediengebrauch.
Sehen Sie sich die Sendungen mit an, setzen Sie sich mit an den
Computer, hören Sie in die Kassetten und CDs rein. Schaffen
Sie Möglichkeiten, einzelne Mediengeschichten/ Sendungen
gemeinsam zu genießen (wie beim Bilderbuch Lesen).
- Kinder nehmen Medieninhalte oftmals anders wahr als Erwachsene,
sie fürchten sich vor anderen Dingen und haben an anderen
Dingen Spaß. Beobachten Sie Ihr Kind, nehmen Sie an seinen
Empfindungen und Wahrnehmungen teil.
- Sprechen Sie mit Ihrem Kind über seine medialen Erlebnisse.
Welcher Teil einer Geschichte oder welche Figur oder welches Spiel
hat Ihrer Tochter/ Ihrem Sohn besonders gut gefallen? Warum?
- Bieten Sie Ihrem Kind Gelegenheiten, die Mediengeschichten
nachzuspielen oder beim Malen zu verarbeiten. Beobachten Sie und
begleiten Sie Ihr Kind darin.
- Regulieren: Besprechen Sie genau, was und wie lange gesehen,
gehört oder am Gameboy/ Playstation gespielt werden darf.
Suchen sie mit Ihrem Kind eine Sendung, ein PC-Spiel etc. aus.
Achten Sie darauf, dass der Rahmen nicht überschritten wird.
Führen Sie - besonders in problematischen Fällen - ein
Zeitbudget ein.
- Nicht nur die Zeit, die Kinder mit Medien verbringen, ist zu
regulieren, achten Sie auch auf die Inhalte (auch bei Hörkassetten).
Wie spricht Ihr Kind darauf an, kann es die Geschichten verkraften?
Welche Stimmung geht davon aus? Welche Rollenbilder tauchen auf?
Wie reagiert es darauf?
- Natürlich können und dürfen auch Vorschulkinder
schon Sendungen, Hörkassetten und Spiele zeitweise allein
nutzen: Suchen Sie aber dann solche Medien aus, die Sie und das
Kind schon kennt (bekannte bewährte Sendeformate, bekannte
Videos, Spiele und Hörkassetten). Achten Sie auch hierbei
auf zeitliche Grenzen.
- Nutzen Sie Medien aktiv: lassen Sie Ihr Kind fotografieren,
videografieren, lassen Sie es auf seinem Kassettenrekorder Geräusche
und Sprache aufnehmen und am Computer malen.
- Überlegen Sie, welche Medienmoden Sie mitmachen wollen
und welche nicht und welche intensiv beworbenen Produkte gekauft
werden, welche nicht.
- Bieten Sie Alternativen an: Schaffen Sie eine anregende Umgebung
zum nichtmedialen Spielen, laden Sie Freunde und Freundinnen Ihrer
Kinder ein, besuchen Sie einen Spielplatz, zeigen Sie Ihrem Kind,
wie es sich ohne Medien beschäftigen kann (Malen, Buden bauen
etc.).
- Tauschen Sie sich über die Vorlieben und auch evtl. auch
über Probleme Ihres Kindes im Medienumgang mit anderen Eltern
oder mit den Erzieher/innen aus.
(aus: Mit Medien leben lernen, siehe Literaturtipps)
Dennoch:
Alle Tipps sind schön und gut, doch niemand ist perfekt.
Deshalb: Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn nicht alles so
läuft wie empfohlen. Schauen Sie einfach hin, was Ihr Kind
den ganzen Tag über macht. Bleiben Sie in Kontakt und planen
Sie Aktionen auch außerhalb von Medienkonsum.
Literaturtipps:
- Sabine Eder, Susanne Roboom: Video, Compi & Co.
Über den Einsatz von Medien in der Kita.
Zahlreiche Tipps und Methodenbausteine für die medienpädagogische
Arbeit in der Kita,
Hrsg.: Ministerium für Schule, Jugend und Kinder des Landes
Nordrhein-Westfalen und Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen,
2004,
Bezug: GMK, Körnerstr. 3, 33602 Bielefeld, Tel.:0521/6 77
88, Fax: 0521/6 77 27,
ISBN: 3-929685-32-9 oder online bestellen
- Sabine Eder, Jürgen Lauffer, Carola Michaelis (Hrsg.):
Bleiben Sie dran!
Medienpädagogische Zusammenarbeit mit Eltern. Ein Handbuch
für PädagogInnen. Bielefeld, GMK 1999.
Bezug: GMK, Körnerstr.3, 33602 Bielefeld, 0521.67788, www.gmk-net.de.
- Mit Medien leben lernen. Tipps für Eltern von Vorschulkindern.
Bezug: GMK, Körnerstr.3, 33602 Bielefeld, 0521.67788, www.gmk-net.de
oder Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen, Zollhof
2, 40221 Düsseldorf, medienkompetenz@lfm-nrw.de
(Betreff: Mit Medien leben lernen)
- Geflimmer im Zimmer. Informationen, Anregungen
und Tipps zum Umgang mit dem Fernsehen in der Familie.
Bezug: GMK, Körnerstr.3, 33602 Bielefeld, 0521.67788, www.gmk-net.de
Links:
- www.kita-nrw.de
Internetportal zur Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten
und Hort“ mit Terminen, Informationen zur Medienpädagogik,
Austauschforen, Serviceteil und Kontaktadressen
- www.familieundmedien.de
Fortbildungsinitiative der Landesanstalt für Medien NRW und
des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie
NRW für Fachkräfte in der Familienhilfe.
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