Das Internetportal der LfM
zur Medienerziehung in Kindertagesstätten

betreut von der GMK

    

Praxisprojekte
Ideen aus der Praxis zum Nachmachen

Die hier dargestellten Projekte sind von ErzieherInnen durchgeführt worden, die an der Fortbildung „Medienerziehung in Kindergarten und Hort“ teilgenommen haben.
Wir hoffen, dass diese Projektbeispiele aus den Bereichen Video, Computer, Foto und Radio Sie zum Nachmachen anregen. Viel Spaß dabei!


Projekte aktuell

Mai

Mit Medien dem Frühling auf der Spur - Natur und Kultur

Endlich wieder Frühling: Jetzt ergeben sich viele Chancen, mit den Kindern hinauszugehen, um die Natur in der näheren Umgebung zu erkunden. Das Dokumentieren von Experimenten oder das Einfangen von Beobachtungen bieten hier gute Möglichkeiten für die Kinder, Medien kreativ einzusetzen. Die Entwicklung von der Blumenzwiebel bis hin zur blühenden Pflanze kann zum Beispiel fotografisch dokumentiert werden und mit der Videokamera können die Kinder festhalten, wie sich bestimmte Materialien und Formen im Wasser verhalten. Genaues Hinsehen beim Fotoprojekt und genaues Hinhören bei der Geräuschejagd oder beim Geräuscherätsel fördern die Wahrnehmungsfähigkeit von Kindern und tragen zugleich zur Medienkompetenz bei.

Experiment-Doku (Foto- oder Videoprojekt): Schau mal wie die Pflanze wächst

Lassen Sie die Kinder das Wachstum einer Feuerbohne oder Sonnenblume fotografisch dokumentieren. Die Kinder pflanzen Feuerbohnen oder Sonnenblumen in Blumentöpfe. Mit dem Fotoapparat (möglichst einen festen Standort wählen) wird alle ein bis zwei Tage eine Aufnahme der Entwicklung der Pflanze gemacht. Die Fotos werden am Ende ausgestellt. Das Experiment lässt sich auch mit einer digitalen Videokamera im Zeitraffer-Modus umsetzen. Hierzu sollte der Standort der Kamera, z.B. durch Kreppband an der entsprechenden Stelle auf dem Boden, fest markiert sein. Höhe und Ausrichtung der Kamera sollten ebenfalls unverändert sein. Lassen Sie die Kinder jeden Tag nur einige Sekunden aufnehmen, so entsteht am Ende ein schöner Zeitraffer-Film.

 

Experiment-Doku (Foto oder Videoprojekt): Was schwimmt, was sinkt?

Eine große durchsichtige Vase oder ein Aquarium wird mit Wasser gefüllt und auf einen Tisch gestellt. Eine feste Papierkugel, ein Papierschiffchen, ein Löffel, ein Korken, und Dinge, die Kinder draußen finden (Holzstöckchen, Äste, Steine, Sand, Plastikspielzeug) werden bereit gelegt. Video: die Kamera wird fest etwa auf Höhe des Wasserbehälters positioniert (Stativ). Der Ausschnitt sollte so gewählt sein, dass man das Becken gut sehen kann und evtl. noch das Gesicht oder die Hand des agierenden Kindes. Vor laufender Kamera legen die Kinder jeweils einen Gegenstand ins Wasser, kommentieren ihre Beobachtung und ihr Handeln. Die Kinder könnten zuvor ihre Annahmen äußern, ob der von ihnen gewählte Gegenstand sinkt oder schwimmt. Zum Schluss kann die Kamera noch die Kommentare des anschließenden Gruppengesprächs festhalten (Was schwimmt oben, was sinkt im Wasser nach unten? Warum schwimmt wohl das Schiff, während die Papierkugel sinkt? Woraus könnte man ein Floß bauen, woraus besser nicht?). Das Experiment lässt sich auch fotografisch dokumentieren, die Videokamera kann den ganzen Vorgang allerdings besser zeigen. Die Arbeit lässt sich gut mit einer Collage kombinieren, die Ergebnisse der Experimente darstellt. Die Fotoausstellung, das Video oder die Collage werden den anderen (Klein-) Gruppen oder auch den Eltern präsentiert.

 

Geräuschejagd (Wahrnehmungsübung & Medienprojekt):

Im Frühling geht’s in Garten, Park und auf dem Spielplatz hoch her. Doch wie hört sich das ganze eigentlich an? Mithilfe von „Blinde Kuh“ -Experimenten versuchen die Kinder zunächst die einzelnen Geräusche wahrzunehmen und zu selektieren. Danach machen sich Kleingruppen mit Audioaufnahmegeräten (z.B. Kassettenrekorder mit Aufnahmefunktion) auf die Jagd nach einzelnen Geräuschen und nehmen sie auf. Dafür muss man dann kurz ganz leise sein. Manche Geräusche entstammen der Natur: Vogelstimmen, Hundegebell. Andere werden von Menschen erzeugt: Rasenmäher, Trecker, Mopeds. Unterschiedliche Gruppen konzentrieren ihre Arbeit auf unterschiedliche Gebiete (einiges kann auch inszeniert werden) und spielen dann in der Kita den anderen ihr Ergebnis vor. Fertig ist das Geräuscherätsel. Beispiele für mögliche Geräusche:

  • In der Kita: Roller, Bobbycars, Schaufeln, Springseil;
  • auf dem Spielplatz: quietschende Schaukeln, Rutsche, Fahrradklingel etc.;
  • An der Straße: Mopeds, Fahrradklingeln, Schritte, Inliner, Regen (Mikrofon unter den Regenschirm halten).

 

Schön und hässlich: unsere Umgebung - kritisch gesehen

Nicht alles, was rund um die Kita zu sehen oder zu hören ist, ist schön. Was stört uns eigentlich, was finden wir schön? Gemeinsam mit ErzieherInnen machen sich die Kinder auf die Medienpirsch (Foto, Kamera, Mikrofon). Lärmende Straße, Graffitis, fieser Schotter, Müll und Millionen Kaugummis vor der Tür? Lassen Sie die Kinder selbst bestimmen, was sie als schön und was sie als hässlich oder störend empfinden. Besprechen Sie mit den Kindern, wie man die Umgebung verändern könnte. Die Ergebnisse werden dann jeweils den anderen oder auch den Eltern vorgestellt. Die Arbeit kann auch in den Kontext Umweltschutz/ Stadt- und Landschaftsgestaltung einführen. Eventuell kann auch ein Umweltexperte der Stadt oder der Kommune in die Kita eingeladen werden.

 

Klassik für Kinder – kreatives künstlerisches Projekt mit Computerpräsentation

Zu Vivaldis „Primavera“ (Der Frühling aus Die Vier Jahreszeiten) denken sich Kinder Frühlingsbilder aus. Zunächst sollte mehrfach das Musikstück vorgespielt werden. Die Kinder schließen die Augen und versuchen sich darauf zu konzentrieren, wie sich Vivaldis Frühling anhört: ist er friedlich, ist er fröhlich, ist er wild? Was könnte da (zum Beispiel in der Natur) passieren? Dann fotografieren, collagieren oder malen die Kinder dazu. Die Bilder werden mit dem Computer zusammengestellt, die Kinder lernen dabei wie man Bilder einscannt und Fotos in den Computer lädt. Lassen Sie die Kinder auch die Bilder mit auswählen. Zum Schluss werden die Fotos als „Diapräsentation“ zusammengestellt und mit dem Musikstück hinterlegt. Macht großen Eindruck auf Kita-Festen.

Möglich ist auch ein Großprojekt, das den Frühling und die Musik in Tänzen, Rollenspielen, Fotos, Gemälden und Collagen aufgreift. Dieses kann dann wiederum mit einer Videokamera festgehalten werden.

 

 

 

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