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zur Medienerziehung in Kindertagesstätten

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Fortbildung
Seminare, Aktuelles, Hintergründe

Hier finden Sie alle Informationen rund um die Fortbildung »Medienerziehung in Kindergarten und Hort«.


Präsentation

Rede der Staatssekretärin Cornelia Prüfer-Storcks

Rede der Staatssekretärin des Ministeriums für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit des Landes Nordrhein-Westfalen,
Cornelia Prüfer-Storcks,

aus Anlass der Abschlussveranstaltung
Medienerziehung im Kindergarten
am 12. November 2001, 11.00 Uhr,
in Dortmund im Harenberg City-Center, Königswall 21


Es gilt das gesprochene Wort!

 

I.

Sehr geehrte Frau Krauskopf, sehr geehrter Herr Dr. Brautmeier, sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, dass ich heute nach zwei Jahren mit Ihnen gemeinsam den Abschluss der 1. Runde unserer "Fortbildungsinitiative Medienerziehung im Kindergarten" feiern kann und überbringe Ihnen die Grüße von Frau Ministerin Birgit Fischer.

Diese Fortbildungsinitiative haben die Landesanstalt für Rundfunk und das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit gemeinsam im Sommer 1999 konzipiert. Sie ist sehr schnell zu einem erfolgreichen Fortbildungsmodell geworden. Dass dies so ist, verdanken Sie, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen, dem Engagement von Frau Eder und Frau Roboom von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur, die in - wie ich finde - exzellenter Weise praktische und theoretische Hilfestellungen für Erzieherinnen und Erzieher abgeboten haben.

Ich möchte in diesem Zusammenhang Ihnen Herr Dr. Brautmeier, von der Landesanstalt für Rundfunk für die gute Zusammenarbeit mit uns danken.

 

II.

In der Diskussion über die Notwendigkeit von Medienerziehung im Kindergarten hat es in den letzten Jahren einen erheblichen Meinungswandel gegeben. Noch vor wenigen Jahren gab es erhebliche Skepsis, wenn es darum ging, elektronische Medien in die Erziehungspraxis im Kindergarten einzubeziehen.

Aber bereits 1996 haben wir die Weichen dafür gestellt, dass der Kindergarten das Thema Medien stärker aufgreift. Angesichts der zunehmenden Nutzung von elektronischen Medien durch die Kinder zu Hause und in der Freizeit war klar, dass der Kindergarten keine computerfreie Zone bleiben kann, sondern dass gerade dort die bewusste Nutzung von Fernsehen und PC vermittelt und soweit möglich auch mit den Eltern reflektiert werden muss.

Medienkompetenz ist Teil von Bildung. Sie schafft und verbessert die Chancen der Kinder, sich in der Welt zurechtzufinden, nicht hilflos ausgeliefert zu sein. Um ein aktuelles Beispiel zu nennen: Kinder sehen Fernsehbilder über den Terroranschlag vom 11. September oder die aktuellen Bilder über den Krieg in Afghanistan. Diese Bilder wirken auf Kinder und lösen Ängste und Unsicherheiten aus. Hier brauchen Kinder Begleitung und Austausch. Und wie ich weiß, haben zahlreiche Kindertagesstätten diese Ereignisse aufgegriffen und für Kinder Erklärungshilfe geleistet.

Darin wird ein zentraler Auftrag des Kindergartens erkennbar: der Bildungsauftrag, der Kinder in ihrer Persönlichkeit fördern und stabilisieren soll.

Ich habe keinen Zweifel, dass die Vermittlung von Medienkompetenz ebenso wie die Sprachförderung zu den elementaren Aufgaben der Kindertageseinrichtungen gehören. Hier werden Schlüsselqualifikationen vermittelt, die unsere Kinder für die Gestaltung der Zukunft brauchen.

Es geht darum, Medien zu beherrschen, nicht von Ihnen beherrscht zu werden. Es geht darum, die Chancen der Mediengesellschaft für die berufliche Zukunft oder auch nur für ein Leben als informierter Mensch zu nutzen, ohne die kritische Distanz zu verlieren. In diesem Sinne ist Medienarbeit weitgehend Aufgabe der Tageseinrichtungen.

 

III.

Seit 1999 hat es geradezu eine Dynamik in den Angeboten zur Vermittlung von Medienkompetenz im Kindergarten gegeben:

  • Die Spitzen der Freien Wohlfahrtspflege und die Landesjugendämter haben für Erzieherinnen und Erzieher eigene Fortbildungsveranstaltungen angeboten.
  • Das Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit hat mit einem Erlass zu den Richtlinien über die Betriebskostenförderung deutlich gemacht, dass mit den Mittel auch Medientechnik angeschafft werden kann.

Darüber hinaus sind eine Reihe von Publikationen und Internetadressen - mit meiner Förderung - entstanden. Beispielhaft möchte ich erwähnen:

  • die Broschüre "Nie wieder Angst vor dem Internet" des Sozialpädagogischen Instituts, die Erzieherinnen und Erziehern deutlich macht, wie man sich im Internet bewegt und wie man untereinander kommuniziert, und die Ihnen nachher vorgestellt werden wird;
  • der Internetserver (www.tageseinrichtungen.nrw.de) für die schnelle Kommunikation über fachliche Fragen
  • der Server des Sozialpädagogischen Instituts (www.spi.nrw.de)
  • und die von der GMK im Rahmen der Fortbildungsinitiative angebotene Internetadresse.
  • In wenigen Wochen werden wir ein neues Arbeitsbuch für Erzieherinnen herausgeben, das zeigt, wie eine Zeitung gemacht wird. Mit dem schon länger vorliegenden Heft "Kinder machen Radio" haben wir damit eine Reihe von Bausteinen zusammengestellt, die für alle Medien und für alle Altersgruppen nutzbar sind.

 

IV.

Wir werden diesen Weg weitergehen und die Kindertageseinrichtungen bei der Vermittlung von Bildung im Medienbereich weiter unterstützen. Wir werden gemeinsam mit der Landesanstalt für Rundfunk die Fortbildungsinitiative mit einigen wesentlichen Modifikationen verlängern.

Der Beirat der Fortbildungsinitiative hat uns bei der Neukonzeption sehr geholfen. Auch in diesem Zusammenhang ein herzliches Dankeschön an die Mitwirkung der Träger im Beirat.

Wir wollen nicht einfach weitermachen, sondern neue Schwerpunkte setzen. Deutlich ist in den letzten Jahren geworden, dass ohne öffentliche Gegensteuerung die Gefahr besteht, dass bestimmte soziale Gruppen von der Teilhabe an der Informations- und Kommunikationsgesellschaft ausgeschlossen werden könnten.

Sie alle kennen die Diskussion über die Spaltung der Gesellschaft in "information riche" und "Information pure". Mir ist es ein großes Anliegen, dass wir alle gemeinsam daran mitwirken, dass Kinder aus benachteiligten Familien oder Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund nicht von den neuen Chancen der Informations- und Kommunikationsgesellschaft abgeschnitten werden.

Wir wollen daher bei der Auswahl der teilnehmenden Einrichtungen besonderes Augenmerk auf folgende Rahmenbedingungen richten:

  • Stammen die Einrichtungen aus dem ländlichen Raum?
  • Liegen die Einrichtungen in sozial benachteiligten groß- oder mittelstädtischen Räumen?
  • Weisen die Einrichtungen einen hohen Anteil von Kindern aus Migrantenfamilien aus?
  • Arbeiten die Einrichtungen nach einem integrativen Ansatz?

 

V.

Ich bin sicher, dass es Einrichtungen gibt, auf die diese Merkmale passen und sehr viele interessierte Erzieherinnen die Angebote wahr nehmen wollen.

Ich weiß, dass es für manche Träger noch nicht leicht ist, die technischen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Erzieherinnen und Erzieher mit dem Neugelernten auch Projekte in den Einrichtungen konzipieren und umsetzen können. Ich will keine Illusionen dahingehend wecken, dass das Ministerium eine flächendeckende Ausstattung mit Videokameras oder PC´s ermöglichen könnte.

Aber als einen kleinen Beitrag möchte ich 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der ersten Phase der Fortbildungsinitiative einen PC und einen Drucker kostenlos zur Verfügung stellen. Die Computer sind vom Verein "Lernen in der Informationsgesellschaft" - deren frisch gewählter Vorsitzenden Frau Appelhof ich herzlich gratuliere - zur Verfügung gestellt worden, die wiederum von Unternehmen gestiftet worden sind. Die Drucker sind aus meinem Hause.

Heute möchte ich stellvertretend für alle, zwei Teilnehmerinnen die Geräte überreichen:

  • an Frau Mirjam Funk aus dem Kindergarten Loope in Marienheide
    und an
  • Frau Ulrike Finzel aus der Städtischen Kindertagesstätte Jöllenbeck in Bielefeld

Die anderen können die Geräte in den nächsten Tagen in Düsseldorf abholen.

So können wir hoffentlich wenigstens einen kleinen Beitrag dafür leisten, dass Gelerntes auch angewandt werden kann.

Ich bin optimistisch, dass wir gemeinsam langfristig allen Einrichtungen die Chance geben können, kritisch und kreativ mit den Chancen und Risiken der Medien umzugehen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen heute viel Spaß bei der Sichtung von Medienprojekten aus verschiedenen Kindergärten und eine gute Beratung.